Gemeinhin gilt Rugby als Männersport. Körperbetont, rau, schnell und dynamisch ist diese Sportart nichts für Birkenstockschuhträger oder sportliche Feingeister. Nicht anders verhält es sich beim Rollstuhlrugby. Zu sehen war dieser Sport auf ganz hohem Niveau beim Rollstuhlrugby Europa Cup am 9. und 10. April 2010 in Neuruppin. Schnell, mit vollem Körpereinsatz und geschickt rasen die Mannschaften über die Spielfläche. Irgendwie fühlt man sich unweigerlich an das Gegeneinander auf einer Autoscooterfläche eines Rummels erinnert. Ohne taktisches Geschick und intensives Training der Spielzüge bleibt der Erfolg allerdings auf der Strecke.

Anna Pasanen, Finnland
Unter den 80 Spielern aus sieben Nationen fällt ein Gesicht auf. Anna Pasanen. Die 28-jährige Finnin spielt seit viereinhalb Jahren Rollstuhlrugby und gehört inzwischen zum Team der „Roosters“, das gleichbedeutend mit der Nationalmannschaft Finnlands ist. Gerade das Schnelle und Körperbetonte hat sie von Anfang an begeistert und gereizt, sagt Anna Pasanen. Deshalb hat sie nach einem schweren Autounfall und der anschließenden Rehabilitation mit diesem Sport begonnen. Dabei entspricht sie nicht unbedingt dem Klischee eines muskelbepackten Rugbyspielers. Die zierliche, zurückhaltende junge Frau ist aufgrund ihrer taktischen Disziplin, besonders in der Verteidigung, ein wichtiges Mitglied der Mannschaft. Immer wieder blockt sie die gegnerischen Angreifer erfolgreich und schaltet dann schnell von Abwehr auf Angriff um. Und das mit Erfolg.

Ihr Team belegte beim diesjährigen Europa Cup von acht europäischen Spitzenmannschaften hinter London, den „Rebels“ aus Deutschland und den FIFH Griffins aus Schweden den vierten Platz. Damit ließen die Finnen die Top Teams aus Polen, Belgien, der Schweiz und die „Koblenz Speedos“ hinter sich. So hoch das sportliche Niveau war, so gering sind meistens die Etats der acht Mannschaften aus den sieben Nationen, die sich für diese Endrunde qualifiziert hatten. Für Anna Pasanen bedeutete das, dass sie einen Teil der Kosten aus ihrer eigenen Tasche bezahlen musste. Doch auf die Frage, ob sie das stört, antwortet sie mit einem klaren und schnellen Nein. Denn, neben dem sportlichen Erfolg ist sie von der Organisation, der Unterbringung im „Haus Rheinsberg“ der Fürst-Donnersmarck-Stiftung und der Stimmung an den Wettkampftagen begeistert.

Und dafür mussten die Organisatoren einiges leisten.
80 rollstuhlfahrende Spieler mussten untergebracht werden und an zwei Tagen vom komplett barrierefreien „Hotel Haus Rheinsberg“ in Rheinsberg zum Veranstaltungsort in Neuruppin gefahren werden und auch der Flughafentransfer musste sichergestellt werden.
Neben dem sportlichen Wettkampf für die Spieler war das eine große logistische Herausforderung für das Hotel, die unterstützende Fürst-Donnersmarck-Stiftung und den Veranstalter. Nimmt man die Stimmung und die Zufriedenheit aller Beteiligten auf der abschließenden Players Night als Maßstab, war dieser Rollstuhlrugby Europa Cup eine rundum gelungene Veranstaltung. Und das natürlich auch für Anna Pasanen, die nicht nur mit dem Sportsman Award ausgezeichnet wurde, sondern sich jetzt schon auf ihre Teilnahme an der Rollstuhlrugby Weltmeisterschaft im Herbst in Vancouver freut.
Schirmherr:
stellv. Landrat Egmont Hamelow
1. Turniertag
Freitag, 09. April 2010
Spielbeginn 09:30 Uhr
2. Turniertag
Samstag, 10. April 2010
Spielbeginn 10:00 Uhr
Endspiel
Samstag 16:15 Uhr
Siegerehrung
Samstag 17:30 Uhr
Wo ??
in Neuruppin, Trenckmannstr. 14
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