Die 3. Otto Bock Outdoor Challenge in Rheinsberg

Spiel, Sport und Spaß

 

Die Otto-Bock-Outdoor-Challenge ist inzwischen eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte. Nach dem Start im Kaunertal in Österreich im Jahr 2008 gab es 2009 die Fortsetzung in Rheinsberg im Bundesland Brandenburg. Und für dieses Jahr wurden von Wolfgang Raabe – Leiter Marktmanagement bei der Otto Bock HealthCare Deutschland für den Rollstuhl-Bereich – gleich drei dieser Abenteuer-Touren geplant. Los ging es vom 28. bis zum 30. Mai in Rheinsberg und dabei waren diesmal ausschließlich "junge Erwachsene" mit dem Spina bifida Handicap, eingeladen vom Mitveranstalter der Aktion, der "Arbeitsgemeinschaft Spina bifida und Hydrocephalus e.V." (ASBH), Landesverband Hamburg.

 

Standort und Ausgangspunkt der Veranstaltung in der "Kurt-Tucholsky-Stadt" Rheinsberg war das Hotel Haus Rheinsberg – "Hotel am SEE". Das in Rollikreisen inzwischen sehr bekannte vier-Sterne-Haus der Fürst-Donnersmarck-Stiftung ist speziell für Menschen mit Behinderungen gebaut worden und entsprechend eingerichtet. Die komfortable Herberge liegt direkt am wunderschönen Grienericksee, von dem aus es eine Wasser-Verbindung über Seen und Kanäle einerseits bis zur Ostsee und andererseits bis Berlin gibt. Das Hotel hat einen eigenen Bootssteg und ein "Rolly-Tours" Ausflug-Boot, das natürlich barrierefrei ist.

 

Zu der Veranstaltung angereist waren elf "Spinas" mit Begleitung, insgesamt waren das 36 Menschen. Diese wurden am Freitagabend im Haus Rheinsberg sowohl von den Hotel-Repräsentanten Cornelia Rohde und Siegfried Schmidt begrüßt, und natürlich von Wolfgang Raabe der die Veranstaltung erklärte und darauf eingestimmte. Vorher wurde im Hotel-Restaurant das außerordentlich umfangreiches Buffet genossen, beendet wurde der Abend in fröhlicher Runde in der gemütlichen Hotelbar.

 

Der Samstagmorgen begann mit einem ausgezeichnet bestückten Frühstücks-Buffet für Teilnehmer, Begleiter, Betreuer und Organisatoren. Dann wurden zwei Gruppen gebildet, die "Blauen" und die "Weißen", gekennzeichnet durch entsprechende T-Shirts. Die Blauen bekamen bei herrlichem Sonnenwetter auf dem Hotelgelände eine Einweisung für die fünf zur Verfügung stehenden Elektro-Rollis von Otto Bock, sämtlich geländegängig, besonders natürlich die beiden Extraklasse-Mobile SuperFour und C2000. Dann standen die Geräte zu ausgiebigen Probefahren zur Verfügung.

 

Die Weißen wurden im nahe gelegenen Yachthafen von Segelmeister Rudolf Eisl vom barrierefreien Segelzentrum Schluchsee im Südschwarzwald mit den wie Jollen aussehenden leichten und unsinkbaren Kielbooten der "Mini 12er"-Klasse vertraut gemacht, die Daten der interessanten Boote stehen im Kasten. Jeder konnte dann gleich probesegeln, es standen fünf Boote zur Verfügung, sie wurden extra vom Schwarzwald nach Rheinsberg gebracht.

 

Am späteren Vormittag wurden Positionen und Geräte gewechselt, beide Gruppen hatten sichtlich Freude an den Aktionen, machten mit großer Begeisterung ausgiebig Gebrauch von den Test-Angeboten.

 

Gemeinsam traf man sich um die Mittagszeit zum "Grillen am See" auf dem Rasen hinter dem Hotel. Es gab gesunden und leckeren Salat und Gegrilltes, geschmeckt hat es allen. Dann stellte sich die fröhliche Runde von etwa 40 Beteiligten zum Gruppenbild auf.

 

Am Nachmittag fuhren die Teilnehmer am gut restaurierten Schloß Rheinsberg vorbei – darin befindet sich das sehenswerte Kurt-Tucholsky-Museum – und dann über holperige Wege in einen recht wilden Wald hinein. Dort war eine richtig schwer zu fahrende Strecke abgesteckt, auf der die Teilnehmer mit den Elektro-Rollis zunächst bei einem freies Training die Strecke kennenlernen konnten.

 

Dann kam der Startschuß zum ersten Rennen. Nacheinander hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihr Geschick zu zeigen und die Runde möglichst schnell zu durchfahren. Dabei wurden von allen Teilnehmern sowohl der C2000 als auch der beeindruckende SuperFour gefahren, die Zeiten addiert und dann gemittelt. Mit viel Einsatz wurden erstaunliche Leistungen gezeigt und bemerkenswerte Zeiten gefahren. Gesiegt hat mit der Kombi-Zeit von 3:03 Minuten Nick Grühn, gefolgt mit 3:25 Minuten von Simon Schulte und Marvin Meyer, der mit 3:28 Minuten nur drei Sekunden Rückstand auf Simon hatte. Aber auch die anderen Teilnehmer haben mit viel Ehrgeiz, Wagemut und Geschick die schwierige Aufgabe gemeistert. Zur Erholung wurden dann in rustikalem Ambiente im Wald am kleinen See – der auch von vielen Mücken geliebt wurde – Kaffee und leckerer Kuchen serviert, und natürlich das Rennen diskutiert.

 

Nach dem Abendessen traf man sich in der "Rotunde", der großen Empfangshalle des Hotels. Dort wurden von Wolfgang Raabe die Siegerehrung durchgeführt. Es gab als Auszeichnungen schöne Pokale für den Sieger und die beiden Platzierten, dazu nette Präsente für alle Teilnehmer und Helfer, die Stimmung war riesig, es gab viel Applaus. Danach schaute sich die Gruppe in der Bar eine Beamer-Schau mit den Bildern des Tages, einschließlich der Siegerehrung. Und der Ausklang des ereignisreichen Tages war ein nettes Beisammensein mit vielen Gesprächen und Kontakten.

 

Am Sonntagmorgen kamen nach reichlichem Frühstück und bei wechselhaftem Wetter mit Regen und Sonne die neu formierten Mitglieder der einen Gruppe zum Yachthafen. Die andere Gruppe traf sich am Seesteg des Hotels und enterte das rolligerechte Hausboot, Skipper war Frank Seewald. Der schipperte auf einer zweistündigen Rundfahrt durch Seen und Kanäle, es gab bezaubernden Ausblicken, der leichte Nieselregen störte nicht.

 

Für die Segelgruppe waren die "Mini 12er" bereits im Wasser. Skipper Rudolf Eisl mit seinen Assistenten halfen beim Einsteigen und dann wurde bei schwachen Wechselwinden munter und ohne Probleme über den See gekreuzt. Man saß sicher und tief im Boot, die Segel setzten sich entsprechend der Stellung des Ruders. Alles ging erstaunlich leicht und die Begeisterung war bei allen Teilnehmern riesig. Am Nachmittag war das Programm wie am Vormittag, nur wurden die Gruppen getauscht. Dazwischen gab es in einer rustikalen Fischgaststätte am See leckeren Fisch aus heimischen Gewässer zu essen.

 

Auch diese Otto-Bock-Outdoor-Challenge war eine ausgezeichnet organisierte und für alle Teilnehmer höchst erfreuliche Veranstaltung, alle waren begeistert und die Verantwortlichen von Otto Bock und dem Hotel Haus Rheinsberg konnten mit dem Ergebnis zufrieden sein. Die engagierte Geschäftsführerin des ASBH Hamburg, Antje Blume-Werry: "Das war ein tolles Erlebnis für unsere Mitglieder und auch für mich, ich bin begeistert. Das Hotel ist empfehlenswerte Extraklasse, die Buffets muß man erlebt haben." Dazu wurden von allen Teilnehmern die gute Atmosphäre und die vielen netten Kontakte gelobt. Wolfgang Raabe: "Auch diesmal hat sich die Mühe gelohnt. Wir werden diese Veranstaltungen weiter anbieten." Die nächsten Termine stehen bereits fest: Vom 17. bis zum 20. Juni im Elztal im Schwarzwald und vom 23. bis zum 26. September im österreichischen Kaunertal.

 

Text: Hermann Sonderhüsken

Fotos: Hermann Sonderhüsken

 

 

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Daten der Segelboote

Klasse: Mini 12er
Länge: 3,60 m
Breite: 0,80 m
Tiefgang: ca. 0,80 m
Segelfläche: 7 m²
Gewicht: 55 Kg
Bleiballast: ca. 115 kg
Preis: auf Anfrage

 


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Der Reisebericht zur Outdoor Challenge in Rheinsberg

Autor:

Hermann Sonderhüsken

Fotos:

Hermann Sonderhüsken