Christoph Noebel

Christoph Noebel spricht die Eröffnungsrede
Anlässlich des Neujahrsempfang, im HausRheinsberg - Hotel am See, eröffnet am 19. Januar 2005 der Künstler Christoph Noebel seine Ausstellung.


Christoph Noebel

Lebenslauf

Geboren am 28. April 1956 in Bonn. Im Alter von zwei Jahren Kinderlähmung in San Salvador, seither körperlich behindert. Länger wohnhaft in Deutschland, Washington D.C. (1970-1975) und London (1975 bis heute). 1976-1980 Studium an der London School of Economics zur Erlangung des Grades BSc(Econ) und MSc. Neben der aktiven Mitarbeit an politischen Bewegungen und Protestaktionen (1976-1991), Weiterführung der Forschungsarbeit an der LSE sowie Engagement in den Bereichen Filmemachen, Musik Promotion und Computer Programmierung. Von 1986-1998 als Ökonom und Financial Analyst bei einer deutschen Investmentbank in London tätig. Seit 1976 künstlerisch aktiv, geprägt durch die formelle Strenge des Bauhauses und der Modernen einerseits und durch das konzeptionelle Chaos von DaDa, Fluxus und Pop Art andererseits.

Im März 1998 Rückzug aus dem Bankwesen, um sich ausschließlich der künstlerischen Arbeit zu widmen. 2001 Schaffung des Kunstraumes "garage 32" zwecks Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Seit 1999 regelmäßige Ausstellungen in Großbritannien und Deutschland.
 
Ausstellungen

1984 West London Open Exhibition, Riverside Studios
1989 Ben Jonson Centre, London
1999 Ability Art and Craft Gallery, London
          The Space, London 
          Hidden Art, Brady Arts Centre, London
2000 Dash Gallery, London
2001 Auswärtiges Amt, Bonn 
          Paperleaf Art Fair, Bettersea, London
          Galerie Unikat, Hamburg
          "R.A.T.", Gellery SevenSeven, Bonn
          Wissenschaftszentrum, Bonn
          "IX", Gallery SevenSeven, London
2003 "Peer Critique", Whiteechapel Art Gallery, London 
          "Under Control", Lock & Davies, London
           German Embassy Gallery, Deutsche Botschaft, London
          "Under Control", GALLERY twenty-four, Berlin
          "In Decent Exposure", Selby Gallery, London
          "Sichten Schichten", Galerie I´Angelo, Bad Honnef
           Int. Assemblage Exhibition, GALLERY twenty-four, Berlin
2004 Künstlerresidenz in Bad Honnef
 
Kontakt – Information

Website: www.noebel.com
E-Mail: [E-Mail-Adresse versteckt]
Tel: 0044 20 7538 0899

 
Beim Begriff "Grenzwerte" handelt es sich um eine Bewertung von Grenzen, wobei Grenzen im weitesten Sinne als Einschränkungen gemeint sind. Im Zusammenhang mit dieser Ausstellung hat mein Thema zwei besondere Bedeutungen: erstens handelt es sich hier um eine Thematik mit der ich mich seit Jahren künstlerisch beschäftige, und zweitens ist dieses Thema besonders relevant in diesem Raum HausRheinsberg.
Seit einigen Jahren untersuchen viele meiner Arbeiten wie groß der menschliche Handlungsraum wirklich ist. Wieviel Kontrolle hat der Mensch über sein Leben und seine Umwelt? Diese Fragen haben meistens einen gesellschaftspolitischen Ansatz und somit sehen Sie auch in dieser Ausstellung Werke die sich mit der Vereinsamung der Menschen in der modernen Gesellschaft auseinandersetzen. Diese Arbeiten beleuchten nicht nur politische Themen, sondern hinterfragen den Sinn und Wert des Begriffs "Fortschritt". Die Wissenschaften leisten viel, doch inwiefern schaden sie auch und schränken den Menschen ein? Hier werden sicherlich Grenzen abgebaut, doch wieviel neue wieder errichtet?
 
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich begonnen mich direkter mit dem Menschen als Individuum zu beschäftigen. In dem ich den menschlichen Körper in meinen Arbeiten erscheinen lasse, werden automatisch die Grenzen unseres menschlichen Seins angesprochen; wie wir alle wissen, stösst auch unser Körper an Grenzen. Ich benutze also den Körper (oder Körperteile) in meinen Arbeiten als Symbol für das Menschliche; sowohl die Stärken als auch die Schwächen. Der Körper ist ausserdem Symbol für unser Innenleben, im Gegensatz zu unserer gesellschaftlichen Aussenwelt.
 
Was mich daher weiter an diesem Themenbereich interessiert ist die Gegenüberstellung von unserem Körper -sprich dem Individuum- und gesellschaftspolitischen Elementen; schliesslich leben wir als Individuum nicht in einem Vakuum, sondern in einem gesellschaftlichem Umfeld. Das heisst, der Mensch und seine Umwelt existieren in gegenseitiger Abhängigkeit. Das Bild "Air Condition" beschäftigt sich z.B. zwar mit dem Thema Gesundheit, doch es geht auch um die weitere Problematik der Umwelt und speziellin diesem Falle um das Problem Luftverschmutzung und der künstlichen - airconditioned - Luft im Büro. Die Arbeiten "Elementary Structures" stellen ebenfalls einen Vergleich unseres Körpers und der Aussenwelt dar. Hier wird der Zusammenhang zwischen Körperbau, Design und Architektur hergestellt, eine kleine Hommage an meinen Lehrer Kurt Kranz, der Schüler im Bauhaus war.
 
Das bringt mich nun zur zweiten Besonderheit dieser Ausstellung. Künstler tendieren in der Regel Fragen zu stellen an statt Lösungen zu liefern; auch ich bin hier grundsätzlich keine Ausnahme. Doch dieser Ort, das HausRheinsberg, beschäftigt sich nicht nur intensiv mit dem Thema Grenzen, er bietet auch Lösungen. In diesem Haus werden eindeutig die körperlichen Grenzen des Menschen wahrgenommen, doch durch das Konzept des "barrierefreies Wohnen" erfolgreich Versuche unternommen diese Grenszen zu verschieben oder aufzulösen.
 
Es ist das erste Mal das einige meiner neuen "Körperbilder" ausgestellt werden und ich bin froh, dass es in diesem Raum geschieht. Ich hätte kaum einen relevanteren Ort finden können und bin enorm gespannt wie die Reaktion der Besucher auf diese Ausstellung ausfallen wird. Ich hoffe auch Sie werden sich von meinen Werken in diesem Raum anregen und inspiriereen lassen.

Christoph Noebel im Januar 2005

 

 

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Einladungskarte zur Vernissage

Einladungskarte zur Vernissage Christoph Noebel

Einladungskarte zur Vernissage vom 19.01.2005

 

Einblick in die Ausstellung

Collage von Christoph Noebel
 
Collage von Christoph Noebel
 
Collage von Christoph Noebel
 
Collage von Christoph Noebel

 
musikalisch wurde die Vernissage von Jazzduett Grietje Wilms und Wolfgang Friesel begleitet
 
Jazzduett beim Saxophonspielen
 
 
Christoph Noebel und Frau  zur Vernissage