Ausstellung vom 17.07.2009 - 06.01.2010

Einladungskarte zur Vernissage

Rudi Meisel
1949 in Wilhelmshaven geboren,
in Osnabrück Kindheit, Schule und
1968 Abitur
1969-75 Studium der Fotografie bei Otto Steinert
an der Folkwangschule, Essen
seit 1971 Veröffentlichungen von sw-Portraits und Features
als Einzelbilder in Spiegel, ZEIT, Publik, Konkret
1975 mit André Gelpke und Gerd Ludwig VISUM gegründet, als erste Foto¬grafen¬agentur in der BRD, die den Fotografen gehört und ihnen das Copyright beläßt
1978-99 Schwarzweiß- und Farbreportagen für art, GEO, stern, LIFE, SPIEGEL, Brigitte, TIME, Newsweek, Economist, MERIAN, Emma, Wirtschaftswoche, Häuser, Architektur&Wohnen, . .
1978-89 DDR-Reisekorrespondent für ZEITmagazin
seit 1979 freie Arbeiten zum Thema Alltag in BRD und DDR
1980-90 Kampagnenaufträge namhafter Werbeagenturen
1980-92 Arbeiten an Projekten mit Otl Aicher, Rotis
1986 Berufung in die DGPh (Deutsche Gesellschaft für Photographie)
seit 1988 Lehraufträge und Workshops für Bildjournalistismus und Fotografie FH Dortmund, Hochschule für Kunst und Gestaltung Zürich, Fototage Herten: Arbeitswelten - Lebensräume, Hamburger Akademie für Photographie: Street Photography, Fotografie am Schiffbauerdamm Berlin, Berliner Technische Kunsthochschule, Ostkreuzschule Berlin
seit 1991 Architektur- und Reportagefotografie an Projekten Norman Fosters im Auftrag und nach eigenen Themenvorschlägen
1994-99 Architektur- und Reportagefotos über den Umbau des Reichstagsgebäudes für Foster and Partners, London und Berlin, stern, Hamburg und stern-Buch „Die Kuppel der Nation“
seit 2002 Architektur- Portrait- und Reportagefotografie, Foster and Partners, London and Berlin, PottArchitects, Berlin, London, gmp, Berlin und Hamburg, IngenhovenArchitects, Düsseldorf
Rudi Meisel lebt in Berlin

Rudi Meisels Fotografien aus Ost- und Westdeutschland 1978 bis 1989
Die wechselvolle Nachkriegsgeschichte der Ost- und Westdeutschen verhinderte bis auf den heutigen Tag jedwede Überlegung, was die Menschen hüben wie drüben trotz unterschiedlicher Gesellschaftssysteme und Ideologien gemeinsam hatten und immer noch haben. Das berührt die Frage nach Prägungen, die so etwas wie „Das Deutsche“ oder Eigenheiten des „deutschen Volkes“ ausmachen und die aus der weiter zurückreichenden gemeinsamen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Geschichte herrühren. Rudi Meisel, der Ostdeutschland als einer der wenigen westdeutschen Bildjournalisten seit 1978 als Reisekorrespondent der ZEIT mit der Autorin Marlies Menge wiederholt bereiste, geht dieser Frage nun anhand seiner mittlerweile historisch gewordenen Fotografien nach. Dazu hat er die in den Jahren bis zum Mauerfall entstandenen Fotografien neu gesichtet und denen an die Seite gestellt, die er zeitgleich in Westdeutschland fotografiert hat. Mit diesen auf den ersten Blick formal erscheinenden Gegenüberstellungen verbindet Rudi Meisel die Überzeugung, dass die von ihm fotografierten Bilder – zumal mit dem zeitlichen Abstand – etwas über das Deutsche aussagen. In der Tat besitzen seine im Stil der Life- und Straßenfotografie aufgenommenen Bilder den Charakter von Primärquellen und können demzufolge als authentisches Anschauungsmaterial gelesen werden. Denn sie zeigen das Leben beiderseits der Mauer unverstellt (wenn er in Ostdeutschland auch immer einen Aufpasser des Internationalen Pressezentrums an seiner Seite hatte).
Dr. Enno Kaufhold, freier Fotohistoriker, Berlin

Am 16. Juli 2009 eröffnete die Hoteldirektorin Frau Corinna Fritz im Foyer der Seehalle HausRheinsberg die Ausstellung und begrüßte die anwesenden Gäste, unter denen auch der Vorsitzende des Kuratoriums der Fürst Donnersmarck-Stiftung S. D. Dr. jur. Guidotto Graf Henckel Fürst von Donnersmarck, der Geschäftsführer der Fürst Donnersmarck Stiftung zu Berlin Herr Wolfgang Schrödter und der stellvertretende Landrat Egmont Hamelow zu finden waren.
Sie wies besonders auf ein Bild hin, dass schon kurz nach dem Aufhängen besonderes Aufsehen erregt hat. Die Fotografie zeigt eine Schießbude zur Kirmes 1995 auf dem Neuruppiner Thälmannplatz, deren Schaustellerin einige Mitarbeiter sogar mit Namen kannten.

Die Berliner Diseuse Evelin Förster unterhielt im Laufe des Programmes immer wieder mit einigen Rezitationen zum Thema und verstand es, die Zuhörer zu begeistern.


In seiner Laudatio erzählte Dr. Enno Kaufhold von der Entstehungsgeschichte der Fotografien und deren zeithistorischem Wert. Besonders die authentische Widerspiegelung der Lebensumstände und -gewohnheiten in beiden Teilen Deutschlands zeichnen sich in den Fotografien ab. In der Gegenüberstellung lässt sich aber nicht immer auf den ersten Blick erkennen, wo der Ursprung herrührt und lässt quasi schon damals die Grenzen verwischen.

Rudi Meisel bedankt sich bei den fleißigen Helfern im Vorfeld der Ausstellungseröffnung, insbesondere bei Frau Friedhild Mory und Frau Aiga Müller.

Die Vernissage wurde musikalisch begleitet von Anja Dolak am Akkordeon. Ihr Spiel bekannter Melodien regte sogar so manchen Gast zum mitsingen an.
Die neue Ausstellung - Brüder und Schwestern – Fotografien von 1978 bis 1989 aus Ost- und Westdeutschland von Rudi Meisel kann noch bis zum 06. Januar 2010 sonnabends und sonntags in der Zeit von 11:00 bis 17:00 Uhr (und nach Vereinbarung) im Foyer der Seehalle besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.







